Zur Landschaftsfotografie kommt jeder Hobbyfotograf (fast) von selbst: Ob bei besonderen Anlässen oder im Urlaub, irgendwann sind die Familienmitglieder und der Freundeskreis oft genug abgelichtet worden, und neue Motive rücken in den Focus. Was liegt näher, als die Umgebung, in der man sich befindet, im Bild festzuhalten? Damit die Landschaftsbilder beim späteren Betrachten reale Eindrücke und/oder gar Stimmungen vermitteln, müssen einige Grundregeln beachtet werden.
Die erste Voraussetzung ist eine gute, aber dennoch handliche Kamera. Plus/minus zehn Millionen Pixel sollten vorhanden sein, ebenfalls ein gutes Objektiv, das mindestens mittlere Zoomweiten (circa 28 bis 200 Millimeter) abdeckt. Hilfreich ist auch die Einstellungsmöglichkeit „Landschaft“, womit bei vielen digitalen Kompakt- und Systemkameras wie bei „Porträt“, „Sport“, „Nacht“ und anderen Spezialsituationen die richtige Blende und die optimale Belichtungszeit automatisch eingestellt werden. Hochwertige Kameras bieten darüber hinaus das Programm „Panorama“ an, das Landschaftsaufnahmen im Breitformat gestattet.
Viele Hobbyfotografen nutzen die Programme ihrer Digitalkameras gar nicht oder nur zum kleinen Teil aus. Das ist ein Fehler, der besonders bei Landschaftsaufnahmen zu weniger guten Ergebnissen führt als möglich wären. Besonders ärgerlich macht sich dies bei späteren Prints bemerkbar. 72 dpi reichen für die Bildschirmbetrachtung aus, für Prints sollten es mindestens 300 dpi sein. Das Arbeiten auf der höchsten Pixeleinstellung ermöglicht dies, wobei eine ausreichend große Speicherkarte zu empfehlen ist. Besonders beim Fotografieren in der Landschaft sollten stets mehrere Fotos eines Motivs geschossen und gespeichert werden. Für schnelle Schnappschüsse sind Landschaftsaufnahmen ungeeignet.
Landschaftsaufnahmen wollen bewusst vorbereitet werden. Ein Flusstal im Morgennebel stellt andere Ansprüche an den Fotografen und an seine Ausrüstung als bei prächtigem Sonnenschein. Je nach Belichtungszeit ist die Verwendung eines Stativs angebracht, ebenfalls bei Gegenlicht-Aufnahmen.
Die Nutzung des Zooms ermöglicht es bei Landschaftsaufnahmen, ein bestimmtes Objekt, ob Kirschturmspitze oder Gipfelkreuz, nach und nach immer näher zu rücken. Bei der späteren Betrachtung einer solchen Bilderserie werden die Größendimensionen bewusst – besonders wenn man umgekehrt vorgeht und beim Detail beginnt und dann Stück für Stück die Umgebung zeigt, in der sich das fotografierte Objekt befindet.
Hilfreich bei Landschaftsaufnahmen ist auch die Verwendung der Rasterfunktion, die den Sucher beziehungsweise das Display mit feinen Linien in mehrere Felder gliedert. Sie dienen dazu, großräumige Landschaften sowohl waagerecht als auch senkrecht proportional ins richtige Blickfeld zu setzen.
Sollen darüber hinaus (hohe) Gebäude fotografiert werden, besteht die Gefahr der so genannten stürzenden Linien: Die Bauwerke wirken in der Landschaftsaufnahme spitz zulaufend. Dieser Effekt lässt sich verhindern, wenn ein Zoom von maximal 50 Millimetern verwendet wird.